Kennst du KIMONO?

Schon mal irgendwo, in einem Film oder auf Bildern aus Japan, gesehen? Gerne möchte ich dir darüber erzählen, wie diese alte Tradition in der heutigen japanischen Gesellschaft und in meinen Alltag in der Schweiz integriert wurde.

 

KIMONO – ein Stück japanischer Tradition

Der KIMONO ist eine traditionelle japanische Kleidung, die vor dem Einfluss der westlichen Kultur im Alltag getragen wurde. Heutzutage ist der Kimono nicht mehr das meistgetragene Alltagskleidungsstück in Japan. Aber bei festlichen Anlässen greifen Japanerinnen noch immer auf die Tradition zurück – beispielsweise bei der japanischen Teezeremonie, Blumenarrangement-Kunst, Kalligraphie und Hochzeiten.

Bei der Hochzeit meines Bruders haben ich und meine Mutter einen KIMONO getragen. Bei solch einer Festlichkeit zieht man KIMONO von einem hohen Rang an – sozusagen. Der KIMONO von meiner Mutter hat das Familienwappen darauf und er ist teilweise mit Gold geschmückt. (Ich habe einen KIMONO gemietet – das gibt es auch viel).

KIMONO für die Braut gibt es auch in Weiss und ja, nicht nur. (Bei der japanischen Hochzeit wird die Kleidung 2 bis 3 Male gewechselt :-))

 

 

KIMONO – von Generation zu Generation

KIMONOs werden oft von der Mutter zur Tochter übergeben und zum Teil werden sie über Generationen getragen.

In Japan gibt es traditionelle Feste für Mädchen und Jungs. Bei Mädchen ist es das dritte und siebte Lebensjahr. Meine Nichte hat bei ihrem Fest den KIMONO getragen, den ich und meine Schwester getragen haben. Man musste ihn etwas „auffrischen“, aber wir hatten so eine Freude, dass unser KIMONO nach so vielen Jahren wieder getragen wurde. Sie war auch so süss.

Auch ich habe viele KIMONOs von meiner Mutter bekommen. Meine Schwester hat höflich abgelehnt, KIMONOs von meiner Mutter zu übernehmen, da sie selbst schon drei KIMONOs hat, die sie selten anzieht.

Es gibt verschiedene Arten von KIMONOs und es gibt viele „komplizierte(!)“ Regeln. Einfach ist es nicht, die Welt von KIMONO zu verstehen und auch ihn richtig anzuziehen!

Damit ich KIMONOs in der Schweiz anziehen kann, musste ich zuerst einen Kurs dafür besuchen. Zum Glück fand ich eine Japanerin in der Nähe von Zürich. Somit konnte ich erfolgreich den KIMONO anziehen – bei der Ausstellung für Kalligraphie. Das hat mich sehr gefreut.

Ich suchte nun weitere Gelegenheiten, in der ich mein KIMONO anziehen kann. So habe ich ihn zu einer privat Weihnachtsfeier getragen – KIMONO in Grün mit Rot passt ja farblich dazu, nicht wahr? Leider…konnte ich nicht sehr viel essen, weil er ziemlich eng getragen wird (um den Bauch herum!!). Also, ich müsste weitere Gelegenheiten suchen, in der ich nicht so viel essen muss!

Wie oft ich die Gelegenheit in der Schweiz habe, KIMONOs zu tragen ist mir nicht klar. Aber ich möchte gerne diese japanische Tradition für mich in mein Leben integrieren. Denn, so fühle ich mich stimmiger und in meiner eigenen Mitte zu sein – zwischen zwei Kulturen.